Pucksport


Pucksport - Eishockey weltweit.

Donnerstag, 4. September 2014

Torflut zum Auftakt

Zusammen mit dem gestrigen Auftaktmatch sind die ersten elf Partien gespielt und wenn sie etwas nicht waren, dann langweilig! Schon im zurück in "Eröffnungspokal" benannten Saisonstart fielen sieben Treffer. Wobei sie mit 6:1 zugunsten Meister Magnitogorsk sehr einseitig verteilt waren. Scharfschütze Sergei Mozyakin dabei gleich mal mit drei Treffern und einem Assist gegen Dynamo Moskau.



Das sollten Nigel Dawes und Jonathan Cheechoo heute mit jeweils 3+2 noch überbieten. Vierter Hattrickschütze Antti Pihlström. Am Ende ging Dawes' Team Barys Astana gegen Pihlstöms Salavat Yulaev Ufa mit einem knappen 5:4 Sieg vom Eis, der Verlauf hatte es aber in sich. Barys legte in den ersten acht Minuten mit drei Treffern vor, lief aber nach zwei Abschnitten auf einmal einem 3:4 hinterher. Der Siegtreffer dann erst in der Schlussminute.


Cheechoo wurde mit seinen Minsker Dynamos zum Partyschreck bei Jokerit Helsinkis KHL-Debüt. Die Weißrussen hatten sich im Sommer mit so ziemlich allen Zagreber Leistungsträgern verstärkt und gewannen ein umkämpftes Match knapp mit 5:4 nach Verlängerung.

Das dritte 5:4 des Tages gab es schon in den mitteleuropäischen Vormittagsstunden. Amur Chabarowsk ließ sich von Admiral Wladiwostoks früher Zwei-Tore-Führung nicht schocken und zeigte unterm Strich ein recht abgeklärtes Match.



Ebenfalls torreich und hochklassig der Auftakt von SKA St. Petersburg gegen Lokomotiv Jaroslawl. Bereits sieben Sekunden nach Start Jimmie Ericsson mit der Führung für "Piter", die Alexandrov in der Vierten bei doppelter Überzahl ausbaute. Allerdings Kapustin und Platt noch vor der Pause mit dem Ausgleich. Matchwinner am Ende Ilya Kovalchuk mit einem schönen Handgelenkschuss zum 4:3 in der 37. Minute sowie dem 5:3 Schlusspunkt ins leere Gehäuse der bis zum Schluss wacker kämpfenden Gäste.


Erste Überraschungen gab es auch. Zum einen das deutliche 4:1 von Nischnekamsk gegen Tscheljabinsk. Noch höher anzurechnen jedoch das 1:0 von Nowokusnezk bei Avangard Omsk. Die Falken damit nach völlig missglückter Vorsaison gleich wieder unter Druck.

Zum Ende des langen KHL-Tages bügelte Slovan Bratislava Medvescak Zagreb mit 5:2 ab. Ladislav Nagy der fünfte Hattrickschütze des "Doppelspieltages".



Weiterhin spielten:
Kasan - Jekaterinburg 3:2
Tscherepowez - Nischni Nowgorod 0:2
Togliatti - Chanty-Mansijsk 2:5

Morgen folgt dann nur eine Partie. Um 17:30 Uhr startet ZSKA Moskau beim Stadtrivalen Dynamo ins siebente KHL-Jahr, zu sehen im Stream bei Laola1.tv. Samstag zwischen 12 und 16 Uhr dann weitere zwölf Partien, in denen dann auch die Mannschaften aus Nowosibirsk, Podolsk, Mytischtschi, Sotschi und Riga ihren Ligaauftakt haben.

Samstag, 30. August 2014

Vorfreude und Wehmut

Der August geht zu Ende und damit endlich auch die Zeit der Eishockey-Testspiele. Schon kommenden Mittwoch um 15 Uhr startet die Kontinentale Hockey Liga (KHL) in ihre siebente Spielzeit. Leider fällt dieses Mal die traditionelle Neuauflage des Finals flach und da sind wir auch schon bei meinem persönlichen Wermutstropfen. Der letztjährige Finalist aus Prag nimmt nicht mehr am Spielbetrieb der KHL teil, man hat nicht genug Geld für das geplante Budget zusammen bekommen und setzt nach offizieller Lesart aus. Dadurch ist eine sehr ambitionierte Truppe auseinandergefallen und die gerade zwei Jahre langsam gewachsene Anhängerschaft steht ohne Team da. Eine mögliche Rückkehr steht meiner Meinung nur als Feigenblatt im Raum, um nicht sofort das Scheitern des Projekts HC Lev einstehen zu müssen. In der letzten Zeit kamen noch einige interessante Sachen in der Presse zur Sprache, wonach das Investment vor allem ein Türöffner für Aufträge rund um den Ausbau des südböhmischen AKW in Temelin gewesen sei und nach Ende der Ausschreibungen nun nicht mehr benötigt werde. Wie dem auch sei, für mich ging damit mein Schaufenster zur KHL flöten. Als Erinnerungen bleiben aber immerhin jede Menge tolle Partien, zwei originale Spielertrikots, die letztjährige Dauerkarte und das Wissen, dass sich auch nach dem dritten eingebüßten Lieblingsteam (außerdem VfB & Blue Lions Leipzig) die Welt weiterdrehen wird.
 
Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die KHL 2014/15 hat außer der tschechischen Hauptstadt noch zwei weitere Standorte eingebüßt. Zum einen den ebenfalls finanziell gestrauchelten HK Spartak Moskau sowie aus nachvollziehbaren Gründen das Team aus dem ostukrainischen Donezk. Den drei Abgängen stehen ebensoviele Neulinge gegenüber. Im olympischen Bolschoi Ice Palace an der Küste des Schwarzen Meeres geht ab sofort HK Sotschi aufs Eis. Lada Togliatti kehrt nach vier Jahren Konsolidierung in der Zweitklassigkeit zurück. Und mit Jokerit Helsinki konnte man erstmals ein Team einkaufen, das nicht im ehemaligen Ostblock beheimatet ist. Das "Einkaufen" kann man übrigens wörtlich nehmen. Jokerit wurde samt Hartwall Arena von neuen russisch-finnischen Eigentümern erworben und aus der Liiga in die KHL verpflanzt. Es wird spannend zu sehen, wie das auf und neben dem Eis funktionieren wird.
 
Favoriten werden wie immer die finanziellen Schwergewichte der Liga sein. Allen voran die ewig gelobten und stets früh am Playoff-Druck gescheiterten Stars von SKA St. Petersburg. Als Hauptkonkurrenten im Westen sehe ich Dynamo Moskau, Jokerit Helsinki und Lokomotiv Jaroslawl. Dahinter mit etwas Abstand ZSKA Moskau und Dinamo Minsk. Die weiteren EU-Teams aus Riga, Bratislava und Riga werden eher außerhalb der acht Playoffränge zu finden sein. Im Osten wird sich Meister Magnitogorsk den Dauerrivalen aus Kasan und Ufa erwehren müssen und außerdem erwarte und erhoffe ich mir eine deutliche Verbesserung von Awangard Omsk. Traktor Tscheljabinsk sehe ich eher schlechter aber ebenso über dem Strich wie die Kasachen von Barys Astana. Dahinter ist alles offen.
 
Bleibt noch die Frage zu klären, wie man die Liga Version 7 verfolgen kann. Auch dieses Jahr gilt wieder: Es lebe das Internet! Weltweiter Partner für Zuschauer außerhalb der KHL-Länder ist das Streamingportal von Laola1.tv. Die ersten knapp zwei Wochen sind bereits im Sendeplan enthalten und lassen rund ein Drittel der Partien erwarten. Allerdings ist nach meiner Erfahrung die kostenfreie Variante mit schlechteren Auflösungen und nervigen Werbungen an den unpassendsten Stellen eher eine Qual. Die 4,99 Euro pro Monat für bessere Streams und vor allem keine Werbung in den Übertragungen sind für den Eishockeyfan gut angelegt. Vor allem, da hier auch DEL, EBEL und Champions Hockey League gezeigt werden. Das Abo ist problemlos monatlich kündbar. Wem das nicht reicht, der ist direkt auf der Internetseite der KHL an der richtigen Adresse. Der Streamingdienst kann als Saisonpaket oder "Follow-your-Team" für eine Mannschaft gebucht werden. Außerdem sind Einzelspiele, Tagespässe oder das Monatsarchiv mit den Aufzeichnungen der Partien verfügbar. Einen ganz großen Fortschritt gab es bei den Zahlungsoptionen, da hier nun mit PayPal endlich ein weltweit funktionierender Dienst dazugenommen wurde. Russische Finanzdienstleister taten und tun sich oft schwer mit der Akzeptanz außerhalb der GUS heraugegebener Kreditkarten. Zusammen mit der Sprachbarriere war das für internationales Publikum bis zuletzt eine sehr hohe Hürde, die nun überwunden ist. Kurz noch zu den Kosten: Das Saisonabo kostet regulär 4.495 Rubel, bis zum 03.09. gibt es 500 Rubel Rabatt, was je nach Tageskurs inklusive Servicegebühren etwas über 90 Euro ergeben sollte. Mir selbst hat man als Bestandsskunde weitere 500 Rubel Abschlag eingeräumt, so dass mich unterm Strich mein Wunsch "Einmal alles bitte!" knapp 80 Euro gekostet hat. Also inklusive Playoffs einen Zehner im Monat.
 
Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Auf Spiele von Amur Chabarowsk am Wochenende früh um 8 Uhr ebenso wie Abendsessions ab 19:30 Uhr aus den Stimmungshochburgen Zagreb und Bratislava. Und wenn dann gut einen Monat später die NHL wieder loslegt, wird bis auf den lokalen Zweitligisten und die Blues aus Londons Südwesten Fußball bei mir wieder nur eine Nebenrolle spielen. Und das ist auch gut so!

Freitag, 8. August 2014

HC Slovan aktiv: Neubeginn gegen alten Rivalen

Nach dem frühesten Saisonstart aller Zeiten beim Test der KHL-Teams aus Nowokusnezk und Bratislava in Liberec vor gut zwei Wochen stand gestern nun das erste Spiel des einzig verbliebenen persönlichen Favoriten an.

In der Aussiger Zlatopramen Arena hat es in den letzten Monaten einige Veränderungen gegeben. Das Spielrecht wurde von der völlig überschuldeten HC Slovan Ústí a.s. An die neue Hokej Ústí nad Labem s.r.o. übertragen - auf deutsche Unternehmensformen übersetzt also von einer AG auf eine GmbH. Neuer Manager ist Jan Čaloun, der nach großer Karriere in Finnland und der NHL sowie Olympia- und WM-Titel nun daheim eine neue Herausforderung sucht. Den Schnitt macht man auch im Auftreten deutlich. Dem Club wurde ein neues Logo verpasst und auch der Name „Ústečtí Lvi“ (Aussiger Löwen) wurde nach zwölf Spielzeiten abgelegt. Stattdessen geht man nun wieder wie in alten Zeiten ohne Schnickschack als HC Slovan Ústí nad Labem auf's Eis. Das Team hat einige alte Bekannte aus der zweiten Reihe aufzubieten, die zumindest Erstliga-Mittelmaß und Kampf um die Playoffs in Tschechiens zweithöchster Spielklasse erwarten lassen. Die Zeiten, in denen man mit großem Finanzeinsatz die Liga dominierte, dann aber im Aufstiegskampf mehrmals in Finale oder Relegation den Kürzeren zog, sind lange vorbei. Ich bin erst mal zufrieden, dass der in der letzten Saison drohende finale Kollaps ausblieb und man einen neuen Anlauf wagt. Auch wenn seitens des neuen Führungsteams lediglich ehrliche Arbeit ohne Garantie auf eine endgültige Rettung versprochen wird. Sie spielen aber zumindest mit offenen Karten.

In der Heimpremiere gastierte der ewige Rivale aus Chomutov, der nach zwei Jahren Extraliga zusammen mit Kladno abstieg, nun aber als absoluter Topfavorit in die neue Saison gehen wird. Das letzte Duell, bei dem sich die Wege der beiden Jahre auf Augenhöhe agierenden Mannschaften trennten, ist gerade einmal gut zwei Jahre her. Chomutov entschied damals hier vor ausverkauftem Haus Spiel sieben der Finalserie in der Verlängerung auswärts für sich. Gefühlt ist das Jahrzehnte her.

Nun aber zum Spiel: vor 631 Zuschauern zeigten die Hausherren eine beherzte Leistung. Individuelle Nachteile kompensierte man durch Unbekümmertheit und Einsatz, was vom zuversichtlichen Publikum immer wieder mit Szenenapplaus honoriert wurde. Zwischenzeitlich konnte man durch ein Nachsetzen von Zdvořáček (18.) und einer tollen Direktabnahme durch Smetana (26.) mit 2:0 in Führung gehen und hatte lange Spiel und Gegner unter Kontrolle. Zum Ende hin war es aber eine Mischung an vergebenen Chancen, unnötigen Strafen und höherer individueller Klasse beim Gegner, die den Piraten doch noch zum schmeichelhaften Ausgleich verhalfen (52. Scalzo, 58. Moore). Im folgenden Penaltyschießen traf lediglich Lukáš Květon und sicherte den Gästen so den Sieg.

Für mich selbst war es ein Ausflug voll mit lieb gewonnenen Gewohnheiten. Der Stammplatz wurde für gut 50 Euro verlängert, seit vielen Spielzeiten übrigens erstmals die einzige Eishockey-Dauerkarte des Jahres. Dazu natürlich wieder das erstklassige Catering genutzt und vorher einige Besorgungen gemacht. Ab Anfang September kommt da hoffentlich wieder eine Regelmäßigkeit rein, die zuletzt oft fehlte. Die Ansetzungen machen es Dank vieler Heimspiele am Samstag leicht wie lange nicht mehr.

HC Slovan Ústí nad Labem – Piráti Chomutov 2:3 n.P. (1:0;1:0,0:2 – 0:1)

Tore: 18. Zdvořáček (Pořický, Kuchynka), 26. Smetana (Meidl) – 52. Scalzo (Květoň, Rutta), 58. Moore (Rutta, Květoň), rozhodující nájezd Květoň. Strafen: 5:2. Zuschauer: 631. Torschüsse: 21:45.
Ústí nad Labem: Petrásek (30. Volke) – K. Černý, M. Vágner, Kolafa, Smetana, Vl. Brož, Holomek, M. Zdvořáček, Markulinec - Budínský, Roubík, Rod - V. Meidl, J. Kloz, D. Tůma - Gengel, Vávra, P. Přeučil - Baránek, Pořický, Kuchynka.
Chomutov: Strmeň – Drtina, Rýgl, Scalzo, Rutta, Havel, Koma, Stehlík, Bartejs – Květoň, Račuk, Hovorka – McGregor, Dušek, Moore, Chlouba, Ton K., Veselý – Chrpa, Charousek, Hlava.


Samstag, 2. August 2014

Randsportart: Ein Kreis schließt sich

Wenn es unter Eishockeyfans um Fußball geht, bezeichnet man die Dominante in der deutschen Sportlandschaft in einem ambivalenten Mix aus Verachtung und Bewunderung gern als die „Randsportart“. So ist es nicht weit hergeholt, den Ausflug zum Thema hier im Blog unter genau diesem Schlagwort zu führen.

Mit der heutigen Rückkehr meiner Heimatstadt Leipzig in die 2. Bundesliga hat sich für mich irgendwie ein Kreis geschlossen, der in gewisser Weise mit dem Abstieg des VfB Leipzig aus dem Profigeschäft im Juni 1998 begonnen hat. Denn so wie dieser schwarze Tag der Anfang vom Ende des Fußballs blau-weißer Prägung in Leipzig war, kann man den Saisonauftakt der Roten Bullen gegen den VfR Aalen am heutigen frühen Nachmittag als Ankunft im Konzert der Großen und Erreichen eines ganz wichtigen Meilenstein sehen. In diesen dunklen 16 Leipziger Fußballjahren entfernte ich mich mehr und mehr vom Sport auf dem Rasen und fand im Eishockey ein neues zu Hause. Zunächst hin und wieder in Crimmitschau zu Gast, ging es ab 2003 bei den Eislöwen bzw. den Blue Lions so richtig los. Betreuung von Webseite und Stadionheft, nach größeren Turbulenzen Nachwuchs- und Fanarbeit in der IG Eishockey Leipzig mit Fanstand, Auswärtsfahrten und Liveticker - es waren tolle und intensive Jahre. Nebenbei wurde das Icehopping und speziell das Eishockey in Tschechien zu meiner großen Liebe, auch über das Ende der Blue Lions hinaus. Leider ist mein favorisiertes Team aus Ústí nad Labem nach Insolvenz im Neustartmodus, tanzt finanziell auf der Rasierklinge und sportlich im zweitklassigen Tabellenkeller. Und die letzte hochklassige Affäre HC Lev Praha in der russischen KHL ging in der abgelaufenen Saison bis ins Spiel sieben der Finals um den Gagarin Cup, endete aber nach nur zwei Jahren in der Pleite.

So schlägt das Pendel so langsam wieder in Richtung Fußball aus. Das ganze Thema Finanzierung ausgeblendet ist RB so, wie ich mir den VfB immer gewünscht hatte. Ein moderner auf sportlichen Erfolg und Attraktivität für die Besucher ausgerichteter Club, der eben nicht in einer vermeintlich besseren Vergangenheit gefangen ist. Dabei müssen die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen, Konsolidierung in der 2. Liga tut dem Projekt durchaus ganz gut. Aber ich weiß auch, dass hier nicht Schluss sein wird und habe gelernt, Erfolg macht Spaß und Hunger auf mehr. Als frisch gebackener Dauerkarteninhaber in Block 36 der Red Bull Arena freue ich mich auf viele interessante Spiele und werde jedes davon genießen. Denn eins habe ich in den letzten Jahren gelernt: im Sportbusiness kann selbst die vermeintlich sicherste Sache von heute auf morgen vorbei sein.

Der Sport mit Schläger und Puck wird aber auch weiter zu seinem Recht kommen. Nächste Woche wird der Stammplatz in der Zlatopramen Arena in Ústí verlängert, auf der Icehopper-Liste kommen hoffentlich wieder ein paar neue Stadien dazu und die beiden großen Ligen NHL und KHL gibt es per Stream auf dem Bildschirm. Bis kommenden Juni wird es also garantiert nicht langweilig.

Freitag, 25. Juli 2014

Live-Spiele Saison 2014/15

Auch diese Saison wieder die besuchten Partien im Überblick:

22.07.14 HK Metallurg Nowokusnezk - HC Slovan Bratislava 2:3 n.V. (in Liberec)
07.08.14 HC Slovan Ústí nad Labem - Piráti Chomutov 2:3 n.P.

2 Spiele / 0 neue Grounds / 931 Kilometer


Und hier die Planungen für die kommenden Wochen:
...

* - neuer Ground

Montag, 30. September 2013

NHL: News, News, News - aber woher eigentlich?

Gestern ging es um die Frage, wie man an bewegte Bilder von den Spielen kommt. Heute nun, wie bleibt man sonst auf dem Laufenden? Schließlich fristet Eishockey so schon ein Schattendasein in den deutschen Medien. Da ist das Verfolgen des Geschehens im Ausland noch eine Ecke aufwändiger.

Erste Anlaufstelle sind für den deutschsprachigen Eishockeyinteressierten natürlich die Internetseiten von Hockeyweb und Eishockey News. Die Grundversorgung mit leichter zeitlicher Verzögerung ist hier nicht schlecht. Aber es wird mir hier zu sehr auf die deutschen Akteure in Übersee geschaut, statt die Ligen als Ganzes im Blick zu haben. Das aber ist kein typisch deutsches Problem, auch andere europäische Newsportale schauen immer zuerst nach "ihren Jungs".

Um tiefer in das Geschehen in Übersee einzutauchen, kommt man an den großen Medienkonzernen in Nordamerika nicht vorbei. Erste Anlaufstelle für mich dabei immer der öffentlich-rechtliche kanadische Rundfunkanbieter CBC. Unübertroffen seine seit 60 Jahren gepflegte Marke Hockey Night in Canada, die als Flagschiff der NHL-Berichterstattung gilt. Jeden Samstag läuft unter diesem Titel der Doubleheader mit Spielen der kanadischen Teams und im Rahmenprogramm haben sich echte Perlen des Sportjournalismus entwickelt. Aushängeschild in der ersten Pause des Ostküstenspiels die Rubrik "Coach's Corner" in dem der nie um kontroverse Meinungen verlegene Don Cherry mit Ron MacLean über Aktuelles aus der Liga plaudert. Inhaltlich etwas hochwertiger und weniger plakativ folgt in der zweiten Pause mit "Hotstove Tonight" eine sehr interessante Diskussionsrunde. Aufgrund der überschaubaren Sendezeit geht es immer sehr prägnant zu, statt um den heißen Brei zu debattieren. Nach dem zweiten Spiel bleibt in der Rubrik "After Hours" ausreichend Zeit, auf einen Gast - Spieler oder Trainer - einzugehen und den Spieltag zu beschließen. Alle Rubriken sind auf der Internetseite von HNIC auch als Aufzeichnung abrufbar. Unter der Woche zum mitteleuropäischen Abend um 19 Uhr gibt es außerdem unter dem Titel "Hockey Night Online" eine tägliche Vorschau auf die anstehenden Spiele des Tages. Die Sendung ist danach als Videoaufzeichnung abrufbar.

Die private TV-Konkurrenz TSN ist eine super Quelle, um Nachrichten aus der Liga nachzulesen und so auf dem Laufenden zu bleiben. Das Gleiche gilt auch für die US-Amerikanische Variante bei NBC Sports inklusive der Blogseite ProHockeyTalk. Wer lieber hört und das Ganze vielleicht gern auch noch als Podcast mitnimmt, der ist bei Sportsnet genau richtig. Wochentags um 18 Uhr läuft hier unter dem Titel "Hockey Central @ Noon" ein beliebtes Sports-Talk-Format und es diskutieren verschiedene Journalisten eine Stunde lang über die Liga. Als Ergänzung sei darüber hinaus noch The Hockey News empfohlen. Wirklich gut da aber das Online-Abo des gleichnamigen Printmagazins über Zinio. Besonders komfortabel zu lesen per App auf dem Tablet-Computer.

Abschließend als unerschöpfliche Quelle für Meinungen und Links zu erwähnen ist das Forum von Hockey's Future. Und für deutschsprachige Fans hat sich bei NHL Tribute ein kleines feines Forum rund um die Liga etabliert.

Bleibt nun nur noch zu klären, wann man das alles lesen, hören und anschauen soll. Und denkt dran, morgen geht's los!

Sonntag, 29. September 2013

KHL & NHL per Webstream: Das Internet als Hockeyparadies

Die KHL läuft bereits seit knapp vier Wochen und ab Oktober geht auch die NHL wieder an den Start. Da mag sich der eine oder andere fragen, wie bekommt man eigentlich die Spiele auf den Bildschirm? Aktuell spielt sich da alles im Internet ab, da für keine der beiden Ligen nach aktuellem Stand TV-Rechte für Deutschland vergeben wurden.

Im kleineren Rahmen ist die KHL bei laola1.tv zu verfolgen. Allerdings kommen da im Schnitt nur drei bis vier Spiele pro Woche und will man der mittlerweile sehr aufdringlichen Werbung sowie nur kleinen Bandbreiten aus dem Weg gehen, muss man sich für die Premium-Mitgliedschaft für 4,99 EUR pro Monat entscheiden. Interessant höchstens, wenn man außerdem noch an den Streams aus der DEL Gefallen findet und vielleicht nebenbei ein Faible für spanischen Fußball hat.

Ansonsten ist das Webstream-Angebot auf khl.ru die eindeutig bessere Alternative. Seit wenigen Tagen hat es auch endlich eine englischsprachige Oberfläche, so dass diese Option nun auch international ein Publikum finden sollte. Erster Schritt zur Nutzung ist natürlich die Registierung. Dann hat man diverse Optionen, in welchem Umfang man den Service nutzen will. Vom Saisonabo bis zum Einzelabruf ist alles möglich. Monatlich kann man den gesamtem Umfang abonnieren oder sich nur für das Archiv entscheiden. Im Einzelnen werden aktuell folgende Abomodelle angeboten:

24 Stunden                                149 Rubel (ca. 3,60 EUR)
Monatsabo                                1.495 Rubel (ca. 35,50 EUR)
Alle Spiele einer Mannschaft    1.495 Rubel (ca. 35,50 EUR)
Saisonabo                                 4.495 Rubel (ca. 106,70 EUR)
Archiv (monatlich)                    295 Rubel (ca. 7,00 EUR)

Einzelspiele gibt es live für 45 Rubel (ca. 1,10 EUR), wenn HD verfügbar ist optional die höher aufgelöste Variante für 65 Rubel (ca. 1,60 EUR) zu bekommen. Ein aufgezeichnetes Spiel kostet einzeln 29 Rubel (ca. 0,70 EUR). Der Rubel pendelt aktuell irgendwo zwischen 43 und 44 je Euro, die angegebenen Euro-Preise entsprechen 1 zu 43 plus 2% Auslandsgebühr der Kreditkarte und sind auf den nächsten 10-Cent-Betrag aufgerundet. Es ist kein ganz billiger Spaß aber durch die volle Flexibilität kann man sehr genau steuern, was man wann ausgeben will.

Für den Mitteleuropäer geht die Bezahlung am unkompliziertesten per MainPay, das als eines von drei Optionen angeboten wird. Entweder zahlt man direkt das ausgewählte Abomodell oder lädt sein Konto auf der Seite auf. Folgene Schritte sind nach Auswahl der dritten Zahlungsoption "MainPay" zu durchlaufen: Auswahl des Punkts "Visa/MasterCard" plus Angabe der Email-Adresse, Eingabe der Kreditkartendaten (Nummer, Gültigkeit, Name des Inhabers und Sicherheitsnummer von der Rückseite) und ab geht das Ganze. Die Zahlungsbestätigung gibt es sowohl online als auch noch einmal per Mail und dem KHL-Vergnügen steht nichts mehr im Wege.

Wer die NHL verfolgen will kommt am GameCenter Live nicht vorbei. Für 99,95 USD (ca. 75,50 EUR) hat man dafür aber gleich die gesamte Saison gebucht und kann vom Auftakt bis zum möglichen Spiel sieben der Stanley Cup Finals jedes Spiel live, als Aufzeichnung oder eingedampft auf gute zehn Minuten als "condensed game" genießen. Einschränkungen gab es letzte Saison bei den Partien, die ESPN America im Programm hatte. Die wurden mit einer deutschen IP für 48 Stunden geblockt. Da aber aktuell keine TV-Rechte vergeben sind, sollte es da diese Saison keine Blackouts geben. Die Zahlung läuft direkt auf der Internetseite der Liga und nicht über einen separaten Dienstleister. Neben den großen Kreditkarten kann man auch per PayPal bezahlen. Neben dem PC sind auch Apps für Smartphones und Tablets nutzbar. Außerdem können auch diverse Spielkonsolen oder beispielsweise Apple TV verwandt werden, um das Bild auf den heimischen Fernsehapparat zu bekommen.

An Spielen per Stream ist also auf beiden Seiten des Atlantiks kein Mangel. Schwieriger hingegen ist es, die Ligen in Gänze im Auge zu behalten. Redaktionell aufgearbeitet werden sie in Deutschland kaum, so dass es ohne Quellen vor Ort nicht geht. Zu diesem Thema folgt in Kürze ein eigener Eintrag.