Pucksport


Pucksport - Eishockey weltweit.

Samstag, 28. Januar 2012

Helvetics in die KHL?

Die Kontinental Hockey League lässt nicht locker in ihren Bemühungen, einen Fuß nach Mitteleuropa zu bekommen. Nach den im Sande verlaufenen und mittlerweile wohl nur noch Pro-Forma im Hintergrund weiterköchelnden Avancen in Richtung DEB in Leipzig ist nun die Schweiz in den Fokus der Verantwortlichen geraten.

Der Name des neuen Kindes ist Helvetics Sport AG, das am 22.12.2011 aus der Taufe gehoben wurde. Am Standort Huttwil im Oberaargau will man zur Saison 2014/15 an den Start gehen und ein hauptsächlich aus Schweizern bestehendes Team in der KHL ins Rennen schicken. Im Gegensatz zu Torpedo Leipzig im letzten Frühjahr hat man sich dieses Mal seitens der Ligenleitung in Moskau von Beginn an offen zum Projekt bekannt, auch wenn auch hier mit Markus Bösiger erneut ein Einheimischer die Strippen zieht und der Sache ein Gesicht gibt. Hier wie da geht (bzw. ging) die Initiative aus Russland aus. Aber anders als beim Versuch in Deutschland zeigt man sofort Gesicht und äußert sich kampfbereit, was eventuelle Auseinandersetzungen mit dem nationalen Verband bzw. der IIHF bezüglich der Genehmigung des Spielbetriebs in einer exterritorialen Liga angeht. Der Verweis auf bereits extistierende Standorte außerhalb Russlands im Sinne der Gleichbehandlung ist da nicht von der Hand zu weisen. Neben der Meldung auf khl.ru hat das Internetportal 20min.ch zum Thema einige Artikel zusammengestellt. Dazu noch ein paar andere Links in chronologischer Reihenfolge:
Schweizer Fernsehen vom 23.12.11: Pläne für ein Schweizer Team in der KHL
20min.ch vom 23.12.11: Spielt bald ein Schweizer Team in Russland?
20min.ch vom 24.01.12: Die KHL - so fern und doch so nah
Internetauftritt der Helvetics Sport AG

Ich gebe den Helvetics unter diesen Voraussetzungen durchaus eine Chance. Neben dem größeren Zeitrahmen gibt die sofortige öffentliche Rückendeckung aus Moskau diesem Projekt einen realistischeren Anstrich als in Leipzig, wo man Verhandlungen und Öffentlichkeitsarbeit komplett in Eigenregie durch den Mann vor Ort abwickeln ließ und selbst in der Presse und gegenüber den Verhandlungspartnern beim DEB nur schwammig, teilweise widersprüchlich aber ganz und gar nicht souverän auftrat. Die Folge war, dass Stefan Lindner mit dem PHC Torpedo Leipzig schnell unberechtigterweise als Schaumschläger da stand. Eine Rolle, die Helvetics-Boss Bösiger hoffentlich erspart bleibt. Ich drücke die Daumen, dass sich dieser Anlauf in Mitteleuropa verwirklichen lässt. Trotzdem schwingt ein wenig Wehmut mit, da man sich diese Offenheit und Ernsthaftigkeit auch im letzten Jahr in Leipzig schon hätte wünschen können. Vielleicht gibt man der Sache nach den gemachten Erfahrungen im Kielwasser der Helvetics auch im DEB-Land noch eine zweite Chance? Etwas weit hergeholt aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen