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Samstag, 14. Januar 2012

Groundhopping: Mährische Winterfreuden

Die Feststellung des Tages gleich vornweg: es ist richtiger Winter! Zumindest hier in der Vysočina. Mit Frost, mit Schnee zugewehten Straßen und überfrorenen Gehwegen ab dem späten Nachmittag. Bisher hatte man das ja fast vergessen, wie sich das anfühlt!

Der heutige private Tag der CZ/PL-Expedition hatte es in sich. Start am Morgen in Markranstädt, wo erst mal Eiskratzen angesagt war. Dann ging es bei strahlendem Sonnenschein auf die Autobahn-Stammstrecke vorbei an Dresden gen Ústí und weiter über Prag zum ersten Ziel Pelhřimov für den ersten Ground für zwischendurch. In der Altersgruppe mz spielte der heimische HC Spartak gegen Litomyšl. Die etwas angegraute aber für so einen kleinen Ort fast schon monumentale Halle (offiziell 2.660 Plätze, wirkte aber größer) bot von überall beste Aussichten. Angesichts des Wetters schaute ich mir die Partie ausnahmsweise nicht bis zum Ende an, sondern sah zu, das eigentliche Ziel zu erreichen. Die erste Hälfte der noch zu bewältigenden 60 Kilometer über Land gingen ohne Probleme, dann aber wurde es ungemütlich. Komplett zugewehte Straßen, so dass man an manchen Stellen Mühe hatte, in der Spur zu bleiben. Ein Prager Auto hing auch schon halb im Feld und kam nicht weiter - vom Fahrer aber keine Spur. Sehr ermutigend! Mit entsprechend gebremsten Schaum und einer Extraportion Anspannung kam ich aber unbeschadet in meinem eigentlichen Ziel Třebíč an. Hier erstmal das Zimmer im Hotel Solaster in Beschlag genommen und eine kleine Pause eingelegt, ehe es zum Spiel des SK Horácká Slavia Třebíč gegen Slovan Ústí ging.

Die Voraussetzungen vor der Partie waren klar: der Vorletzte empfing den Spitzenreiter. Da Slovan aber regelmäßig Probleme mit diesem Gegner hatte, war ein klarer Sieg nicht so wahrscheinlich. Zu Beginn sah aber alles nach einer lockeren Partie aus.Die Löwen hatten das Spiel locker unter Kontrolle und als bei genau 10:00 ein wunderschön ausgespielter Tempoangriff per Direktabnahme von David Ludvík zur Gästeführung verwandelt wurde, sah alles gut aus. Eine dumme Zeitstrafe von Tomáš Rod führte dann aber zu einem Überzahlspiel, das die Gastgeber zum Ausgleich kurz vor der ersten Pause nutzten. Ähnliches gelang dann Ústí zu Beginn des zweiten Abschnitts, als Robin Kovář auf der Torlinie von links kommend vor den Kasten zog und den Puck Goalie Hrubec durch die Schoner steckte. Statt aber nachzulegen, verzettelte man sich nun in Auseinandersetzungen mit dem Gegner. Das Schiri Čech in der 28. Minute dann aber zeitgleich gleich zwei Löwen in den Zwinger schickte (David Ludvík Hoher Stock, Jakub Lev Beinstellen) überraschte dann aber doch. Auch das Publikum deutete die Geste des Unparteiischen beim ersten Vergehen zunächst gegen die eigene Mannschaft, so dass eigentlich jeder ein vier gegen vier erwartete. Die Heimmannschaft ließ sich die Gelegenheit dann auch nicht entgehen, spielte sich den Gegner zurecht und glich im Nachsetzen erneut aus. Knapp drei Minuten später sogar durch Marek Laš per Penaltyschuss die Chance zur Führung, die Gästetorwart Koutský aber mit der Stockhand vereitelte. Dann aber bei einem toll ausgespielten Konter doch das 3:2 durch Paták und Heimführung zur Pause. Im letzten Drittel gab es fast ausschließlich ein Anrennen der Gäste, die sich aber an der aufopferungsvoll kämpfenden Heimmannschaft die Zähne auszubeißen schienen. Immer wieder verhinderte irgendwer oder irgendwas den Treffer. Allerdings hatte Třebíč auch fast keine Gelegenheiten nach vorn. Dann griff erneut der Schiedsrichter ins Geschehen ein und schickte bei verbleibenden 1:48 Brož wegen Behinderung in die Box. Eine zweifelhafte Entscheidung zugunsten der Gäste. Coach Rosol setzte alles auf eine Karte und schickte sofort sechs Feldspieler aufs Eis. Der Treffer fiel dann auch wirklich, allerdings nicht als herausgespielte Kombination, sondern als Einzelaktion von Jakub Lev 55 Sekunden vor Schluss. Einen Aufreger hatte die reguläre Spielzeit noch, da Sklenička Třebíčs Stejskal per Check gegen den Kopf niederstreckte und mit 2+10 heraus musste. Also die Gäste zu Beginn der Verlängerung erneut ein Mann weniger. Man hielt dem Druck jedoch Stand, hatte aber nach Ablauf der Strafe selbst auch keine echten Gelegenheiten. So ging es also ins Penatlyschießen. Dolníček vergab für die Gastgeber, anders Marek Čurilla, der Slovans ersten Versuch souverän unterbrachte. Auch der zweite Versuch der Gastgeber durch Paták ging schief, so dass Jakub Lev schon den Sieg auf dem Schläger hatte, den Puck aber auf dem Weg zum Tor verspringen ließ. Havel musste nun treffen und hatte das Glück, dass Koutský der eigentlich schon geklärte Puck doch noch durch die Schoner rutschte. Da Roubík ziemlich ideenlos vergab, also auch hier Sonderschichten. Für Ústí begann erneut Čurilla und traf zum Zweiten. Gegen Laš ging Koutský viel zu früh nach unten, so dass auch dieser Schuss den Weg in die Maschen fand. Und als ob kein anderer schießen wollte, lief Čurilla zum dritten mal an, vergab aber, genauso Havel gegenüber. Die sechste Runde vergaben Kovář und nochmals Laš. Ústís siebenter Schütze Miroslav Třetina machte es dann aber besser und da Dolníček gegenüber scheiterte, dem Drama damit auch ein Ende. Ústí kam mit einem dunkelblauen Auge davon, büßte aber durch Chomutovs 6:0 in Písek einen Zähler Vorsprung ein und ist jetzt noch mit fünf Punkten in Front.

Für mich ging es dann zurück ins Hotel, wo ich nach dem Abendessen im Restaurant an diesen Zeilen werkelte. Morgen geht es über Pardubice und Náchod, wo noch zwei weitere neue Grounds warten, nach Kudowa-Zdroj. Ab da geht dann der dienstliche Teil der Reise los. Hoffentlich hält sich das Wetter im Zaum.

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